top of page

Charlotte über Stress, Selbstfürsorge und Räume zum Sein

9. Okt.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Okt.

Charlotte Zimmermann
Charlotte Zimmermann

Die Menschen hinter numa machen unsere Räume zu dem, was sie sind. Mit ihren Geschichten, ihrem Wissen und ihrer ganz eigenen Art, die Welt zu sehen. In unserer Portraitreihe stellen wir die Menschen vor, die numa mit Leben füllen – was sie begeistert, was sie bewegt und was sie in die Welt bringen möchten. Den Anfang macht Charlotte, die Gründerin von numa.


"Mich begeistert es, Räume zu kreieren, in denen es einfach ist, loszulassen und sein zu dürfen."


Für was begeisterst du dich gerade und was gibt dir daran Energie?

Charlotte: Mich begeistert es, Räume zu kreieren, in denen es einfach ist, loszulassen und sein zu dürfen. Mir fällt es im Alltag oft schwer, aus der produktiven Rolle auszutreten und ich habe gemerkt, dass es mir leichter fällt, einen Raum zu kreieren, der genau dafür da ist. Es macht mir Spaß zu sehen, wie Teilnehmerinnen kommen – mit einer vorsichtigen Neugier und Anspannung – und wieder gehen mit einer inneren Ruhe und Erdung, die mich fasziniert. Und das nach nur wenigen Stunden numa.


Erinnere dich an eine besonders stressige Phase in deinem Leben zurück – was würdest du im Nachhinein gerne anders machen?

Charlotte: Chronischer Stress begleitet mich bereits seit über sieben Jahren, und es hat lange gebraucht, bis ich verstanden habe, was dieser anhaltende Zustand mit meinem Körper und Geist macht. Ich heile nun seit zwei Jahren mein Burnout und weiß, wie es ist, wenn sich nichts mehr gut anfühlt und keine Kraft mehr da ist. Oder wenn es zu viel ist, im Supermarkt die Pizza auszusuchen – wenn jede zusätzliche Entscheidung sich anfühlt, wie den Mount Everest zu besteigen.


Dank meiner Ausbildung als Yogalehrerin 2023 kenne ich viele Tools, die mir helfen, mich zu regulieren – wie zum Beispiel Meditation, Atemübungen und Yoga Nidra. In meiner Ausbildung zur Female Health Yoga & Massage Therapeutin 2024 durfte ich außerdem lernen, welche Auswirkungen chronischer Stress auf unser weibliches Hormon-, Immun- und Lymphsystem hat.


Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, besonders für Frauen, chronischen Stress nicht einfach zu akzeptieren, sondern herauszufinden, was einem im Alltag hilft, das eigene Glas zu füllen, statt nur zu geben. In dieser Zeit habe ich sehr viel über mich selbst gelernt und versuche, dieses Wissen jeden Tag anzuwenden – auch wenn es nicht immer klappt und das ist okay.


Welche drei Dinge helfen dir, im Alltag wieder bei dir selbst anzukommen?

Charlotte: Ich meditiere jeden Morgen seit knapp zwei Jahren für 15 Minuten, und das hat fundamental verändert, wie ich in den Tag starte. Vorher hatte ich 20 Minuten zum Wachwerden und Fertigmachen. Heute habe ich 1,5 Stunden für mich, in denen ich nicht erreichbar bin und mir die Zeit gebe, die ich brauche, um im neuen Tag anzukommen.


Regelmäßig schwimmen hilft mir zurzeit sehr, aus dem Kopf und in den Körper zu kommen. Anschließend ist Sauna auch toll fürs Nervensystem. Danach fahre ich ganz beseelt mit dem Fahrrad nach Hause und merke den Energie-Switch sofort.


Und: Schreiben. Ich journale seit vielen Jahren, und es hilft mir, meine Gedanken ungefiltert aufs Blatt Papier zu bringen. So erkenne ich Muster und kann eigene Glaubenssätze hinterfragen, die mir mittlerweile vielleicht auch mehr im Weg stehen, als mir zu dienen.


Was möchtest du mit deiner Arbeit in die Welt bringen?

Charlotte: Immer mehr Menschen sind chronisch gestresst, und die Auswirkungen auf Körper und Geist sind fatal (Gesundheitsreport, Techniker Krankenkasse 2026). Besonders für Frauen ist es schwer, gegenzuwirken, denn neben den gesundheitlichen Herausforderungen stehen wir auch vor gesellschaftlichen Rollen und hohen Erwartungen an eine Frau: Karriere, Kinder, Haushalt, Pflege von Angehörigen und vieles mehr. Alles sollen wir unter einen Hut bekommen und dabei auch noch auf unsere Gesundheit achten. Die Erwartungen von außen als auch an uns selbst steigen dabei ins Unermessliche und ich kann es kaum ertragen, dabei zuzusehen.


Mit numa möchte ich dazu beitragen, diese sich stetig verhärtende Situation aufzulösen. Indem ich:

  • Wissen vermittele, das Frauen hilft, sich selbst besser zu verstehen, sich zu regulieren und Grenzen zu setzen

  • Erfahrungen schaffe, in denen es leicht ist, loszulassen und sich zu erden.

  • mit Unternehmen arbeite, um genau da anzusetzen, wo chronischer Stress entsteht – häufig am Arbeitsplatz.

  • Und eine Stiftung gründe, die Frauen finanziell dabei unterstützt, alternative Therapiemaßnahmen zu nutzen, um tief verwurzelte Muster aufzuarbeiten und für sich selbst einzustehen.



Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
bottom of page